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Checkliste
Checkliste mit Erläuterungen

für künstlersozialabgabepflichtige Entgelte gemäß § 25 KSVG

  Honorar Abgabepflicht
Ja Nein
A Zahlungen an bestimmte Empfänger    
A.1Zahlungen an selbständige Publizisten, z.B.:
· Schriftsteller
· Journalisten
· Herausgeber
· Lektoren
· Übersetzer
· Comictexter
· Publizistiklehrer
· etc
 
A.2Zahlungen an selbständige Künstler, z.B.:
· Illustratoren
· Grafiker
· Fotografen
· Visagisten (Werbe- u. Modefotografie)
· Designer (u. a. Grafik-, Webdesigner)
· Comiczeichner, -coloristen
· (Hörbuch-)Sprecher
· Musiker
· etc
 
A.3Zahlungen an nebenberuflich Tätige und Laien 
A.4Zahlungen an ausländische Publizisten und Künstler 
A.5Zahlungen an Erben 
A.6.1Zahlungen an Gesellschaften Bürgerlichen Rechtes und Partnerschaftsgesellschaften 
A.6.2Zahlungen an Personenhandelsgesellschaften (KG und OHG) 
A.7Zahlungen an juristische Personen, die im eigenen Namen handeln 
A.8Zahlungen an Dritte, die als Vertreter für den Künstler oder Publizisten handeln 
A.9Zahlungen an Verwertungsgesellschaften 
A.10Zahlungen an Personen mit eigenen Mitarbeitern 
A.11Zahlungen an Personen, die in der Handwerksrolle eingetragen sind 
  Honorar Abgabepflicht
Ja Nein
B Zahlungen für bestimmte Sachverhalte    
B.1Zahlungen für Nebenkosten und Nebenleistungen 
B.2Zahlungen für Werbe- und Verkaufsveranstaltungen (z.B. Messen, Lesungen, Vorträge) 
B.3Zahlungen für Öffentlichkeits- und Werbemaßnahmen 
B.4Zahlungen für Lizenzen an Verlage und andere Unternehmen, sofern diese vertraglich nicht als Vertreter für den Autor auftreten 
B.5Zahlungen aus Nebenrechtserlösen an Publizisten oder Künstler 
B.6Zahlungen für Korrekturlesen 
B.7Zahlungen für Schreibarbeiten 
B.8Zahlungen für Webdesign 
B.9Zahlungen für die Produktion und Gestaltung elektronischer Medien 
B.10Zahlungen für Produktion und Gestaltung von (Lern-) Software 
B.11Zahlungen für das Erstellen von Registern u.ä. 
B.12Zahlungen/Zuschüsse zur Altersversorgung der Publizisten 
B.13Zahlungen gem. § 50a EstG (Ausländersteuer) 
B.14Ausfallhonorare 
B.15Pauschalhonorare 
B.16Sachleistungen 
A Zahlungen an bestimmte Empfänger
A.1Abgabepflichtig sind alle Entgelte, die für künstlerische oder publizistische Leistungen oder Werke an selbständige Künstler und Publizisten gezahlt werden. Für die Praxis der Verlage dürfte es kaum Abgrenzungsprobleme zum Kunst- und Publizistikbegriff geben. Maßgebend ist jeweils der aktuelle Stand der Gesetzgebung, der Rechtsprechung sowie der einschlägigen Informationsschriften der Künstlersozialkasse. (Zum Begriff des Entgeltes siehe Ziff B.1.)

Von selbständiger Tätigkeit ist immer dann auszugehen, wenn der Zahlungsempfänger nicht Arbeitnehmer des Verlages ist. Wird die Zahlung im Rahmen einer abhängigen Beschäftigung geleistet und an die zuständige Einzugstelle gemeldet, fällt naturgemäß keine Künstlersozialabgabe an. Die Frage, ob eine Person selbständig tätig ist, muss stets nur in Bezug auf das eigene Unternehmen beantwortet werden; das Verhältnis zu anderen Unternehmen ist insoweit unerheblich.

Die Abgabepflicht bezieht sich bei den Verlagen auf die gesamte Unternehmenstätigkeit. Neben dem eigentlichen Verlagsgeschäft (einschließlich Gestaltung der Verlagswerke) gehören dazu auch alle Aktivitäten, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung entfaltet werden; dazu gehören auch Maßnahmen im Bereich Corporate Design/Corporate Identity.
Publizistische und künstlerische Leistungen können auf unterschiedliche Weise verwertet werden. Es ist für die Erhebung der Künstlersozialabgabe völlig unerheblich, ob dies in Buchform oder als anderes Printmedium, durch Bild- und Tonträger, elektronische Datenträger oder durch Rundfunk und Fernsehen oder andere Medien geschieht.
Zahlungen an Künstler und Publizisten, die im Zusammenhang mit Werbemaßnahmen geleistet werden, führen ebenso zur Abgabepflicht, wie Entgelte, die im Rahmen von Veranstaltungen geleistet werden (z.B. Konzertveranstaltungen, Lesungen, Vorträge usw). Ebenfalls führt auch die Lehre von Publizistik, wenn Fähigkeiten und Fertigkeiten für eine publizistische Tätigkeit vermittelt werden, zur Abgabepflicht.
A.2Siehe A.1
A.3Für die Abgabepflicht ist es nicht erforderlich, dass die publizistische oder künstlerische Tätigkeit erwerbsmäßig oder sogar hauptberuflich wahrgenommen wird. Es reicht aus, wenn eine Person nachhaltig künstlerisch oder publizistisch tätig ist; und zwar auch dann, wenn dies überwiegend im privaten Bereich geschieht.
Von selbständiger Tätigkeit ist immer dann auszugehen, wenn der Zahlungsempfänger nicht Arbeitnehmer des Verlages ist.
In der Regel reicht es zur Annahme der Abgabepflicht in der Praxis der Verlage schon aus, wenn ein Entgelt für eine publizistische oder künstlerische Leistung gezahlt wird.
In Zweifelsfällen sollte eine Klärung mit der Künstlersozialkasse herbeigeführt werden.
A.4Zahlungen an Publizisten und Künstler ausländischer Herkunft führen in jedem Fall zur Abgabepflicht. Dies gilt auch, wenn die Personen ihren Wohnsitz im Ausland haben und die Leistung im Ausland bewirken.
A.5Nach dem KSVG führen nur Zahlungen an lebende Publizisten und Künstler zur Abgabepflicht. Zahlungen, die nach dem Tode der Publizisten an die Erben oder Dritte geleistet werden, sind nach dem KSVG abgabefrei.
A.6.1Zahlungen für künstlerische und publizistische Leistungen an Gesellschaften bürgerlichen Rechtes sind so zu behandeln wie Zahlungen an die Publizisten bzw. Künstler selbst; dass heißt, sie führen zur Abgabepflicht. Gleiches gilt für Zahlungen an Partnerschaftsgesellschaften.
A.6.2Zahlungen an eine Kommanditgesellschaft (Verweis auf BSG-Urteil vom 12.08.2010, Az.: B 3 KS 2/09 R) sowie an eine Offene Handelsgesellschaft (Verweis auf BSG-Urteil vom 16.07.2014, Az.: B 3 KS 3/13 R) sind nicht abgabepflichtig.
A.7Zur Abgabepflicht führen nur Zahlungen, die an eine natürliche Person geleistet werden (siehe auch Ziff. A.5). Juristische Personen (z.B.: GmbH, GmbH & Co KG, e.V., AG) mit denen unmittelbar Verträge über abgaberelevante Leistungen geschlossen werden, die sich also im eigenen Namen vertraglich verpflichten, sind keine Künstler oder Publizisten im Sinne des KSVG. Zahlungen, die auf Grund solcher Verträge an die juristische Person geleistet werden, führen nicht zur Abgabepflicht.
A.8Sofern juristische Personen oder andere abgabepflichtige Unternehmer als Vertreter im Namen der Publizisten oder Künstler auftreten, bestehen unmittelbare vertragliche Beziehungen zu den Publizisten bzw Künstlern selbst.
Alle Zahlungen aus diesen Verträgen gehören zur Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe. Dies gilt auch dann, wenn nicht unmittelbar an die Publizisten und Künstler gezahlt wird.
A.9Zahlungen an Verwertungsgesellschaften (VG Wort, Gema) gehören nicht zur Bemessungs-grundlage der Künstlersozialabgabe
A.10Für die Künstlersozialabgabe kommt es lediglich auf die selbständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit an. Unerheblich ist es, ob ein Publizist oder Künstler einen oder mehrere Angestellte beschäftigt. Auch in diesen Fällen sind die an ihn gezahlten Entgelte abgabepflichtig.
A.11Für die Künstlersozialabgabe kommt es lediglich auf die selbständige künstlerische oder publizistische Tätigkeit an. Unschädlich ist es insoweit, wenn ein Künstler oder Publizist in die Handwerksrolle eingetragen ist. Erbringt er künstlerische Leistungen, unterliegen die Zahlungen an ihn der Künstlersozialabgabe. Werbefotografen sind z.B. häufig in der Handwerksrolle eingetragen. Da Fotos für Werbezwecke und für Verlagsprodukte stets als künstlerische / publizistische Leistungen anzusehen sind, ist auf alle Entgelte hierfür die Künstlersozialabgabe zu zahlen.
B Zahlungen für bestimmte Sachverhalte
B.1Nebenkosten gehören ebenso wie das Honorar zur Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe. Nach dem KSVG ist abgabepflichtiges Entgelt alles, was der Abgabepflichtige aufwendet, um das Werk oder die Leistung zu erhalten oder zu nutzen.

Abzugsposten von der Zahlung an den Künstler sind lediglich
· die Umsatzsteuer, wenn Sie gesondert ausgewiesen ist
· steuerfreie Aufwandsentschädigungen und die in § 3 Nr. 26 des
Einkommenssteuergesetzes genannten steuerfreien Einnahmen

Abziehbar sind also auch die Reise- und Bewirtungskosten, allerdings nur soweit sie auch steuerlich berücksichtigt werden können.

Die vom Publizisten oder Künstler erbrachten Nebenleistungen können nicht in Abzug gebracht werden. Grundsatz ist, dass die Künstlersozialabgabe auf alles erhoben wird, was der Künstler oder Publizist im Zusammenhang mit seiner künstlerischen Leistung zur Erstellung des Werkes erhält.
B.2Zahlungen an Autoren, die im Rahmen von Werbe-, Promotion- und Verkaufsveranstaltungen tätig werden, unterliegen der Abgabepflicht. Dies gilt für jede Art und jede Form der Tätigkeit, wie Messen, Lesungen, Vorträge, Autogrammstunden etc.
B.3Die Abgabepflicht bezieht sich auf die gesamte Unternehmenstätigkeit eines Verlages. Neben dem eigentlichen Verlagsgeschäft nebst Gestaltung der Verlagswerke gehören dazu auch alle Aktivitäten, die im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit und Werbung entfaltet werden, auch z.B. für Maßnahmen im Bereich Corporate Design/Corporate Identity. Zahlungen an Künstler und Publizisten, die im Zusammenhang mit Werbemaßnahmen geleistet werden, führen ebenso zur Abgabepflicht, wie Entgelte, die im Rahmen von Veranstaltungen geleistet werden (z.B. Konzertveranstaltungen, Lesungen, Vorträge usw).
B.4Soweit Lizenzen von Verlagen oder anderen Abgabepflichtigen erworben werden, die im eigenen Namen auftreten, werden keine Zahlungen an Künstler geleistet, weil keine unmittelbaren Vertragsbeziehungen mit Ihnen zu Stande kommen. In diesen Fällen fällt eine Künstlersozialabgabe nicht an. Für die Fälle, in denen die Publizisten von Dritten vertreten werden gilt A.8.
B.5Sofern ein Verlag im eigenen Namen Rechte, die ihm von Publizisten oder Künstlern eingeräumt wurden, weiterveräußert, sind die den Publizisten und Künstlern zufließenden Entgelte beim Verlag abgabepflichtig. Gleiches gilt, wenn Zahlungen für ein so genanntes "Buy-Out" oder andere Nutzungsrechte gezahlt werden.
B.6Zahlungen für reine Schreibarbeiten und reine Korrekturarbeiten führen nicht zur Abgabepflicht. Voraussetzung ist aber, dass die Tätigkeiten nicht im Zusammenhang mit einer publizistischen Leistung des Erbringers stehen.
B.7Siehe B.6
B.8Zahlungen für die grafische und textliche Gestaltung und redaktionelle Bearbeitung von Internetseiten sind abgabepflichtig. Nicht zur Abgabepflicht führen dagegen Tätigkeiten, die sich auf die rein technische Umsetzung kreativer Konzepte oder vorgegebener Texte und Redaktionskonzepte richten.
B.9Publizistische und künstlerische Leistungen können auf unterschiedliche Weise verwertet werden. Es ist für die Erhebung der Künstlersozialabgabe völlig unerheblich, ob dies in Buchform oder als anderes Printmedium, durch Bild- und Tonträger, elektronische Datenträger oder durch Rundfunk und Fernsehen oder andere Medien geschieht.
B.10Entsprechendes wie zu B.9 gilt auch für die Produktion von Softwareprodukten.
B.11Das Erstellen von Registern ist eine publizistische Tätigkeit, wenn der Autor auf Art, Umfang oder Inhalt des Verzeichnisses Einfluss nimmt. Das ist regelmäßig dann der Fall, wenn das Werk urheberrechtlich geschützt ist.
B.12Auch wenn die Zahlungen nicht unmittelbar an den Publizisten oder Künstler geleistet werden, müssen sie für die Abgabeberechnung berücksichtigt werden. Entscheidend ist, dass der jeweiligen Person ein geldwerter Vorteil zufließt. Leistungen an Pensionskassen, an die Presseversorgung oder andere Stellen, die den Publizisten mittelbar oder unmittelbar zu Gute kommen, führen deswegen zur Abgabepflicht.
B.13Zahlungen gemäß § 50a EstG (Ausländersteuer) erfolgen für Rechnung des Künstlers oder Publizisten und gehören deswegen zum abgabe- und meldepflichtigen Entgelt.
B.14Werden Zahlungen an Publizisten oder Künstler geleistet, weil oder obwohl es nicht zu einer Veröffentlichung oder anderweitigen Verwertung ihrer Leistungen kommt, so ist auch für diese Entgelte die Künstlersozialabgabe zu zahlen (Ausfallhonorare).
B.15Es ist völlig unerheblich, wie die Zahlungen bezeichnet werden und ob sie einmalig oder regelmäßig gezahlt werden. So sind auch wiederholte Pauschalzahlungen an Künstler und Publizisten grundsätzlich zur Künstlersozialabgabe heranzuziehen.
B.16Erhält ein Publizist oder Künstler Sachwerte als Gegenleistung für die publizistische oder künstlerische Tätigkeit, dann zählt der Wert zur Bemessungsgrundlage der Künstlersozialabgabe und muss gemeldet werden.

Stand 01.01.2015